Herculaneum(italienisch Ercolano), etwa 8 km südöstlich von Neapel am Fuße des Vesuvs gelegene Küstenstadt des Altertums, benannt nach Hercules (* Herakles).

Laut dem griechischen Geographen Strabon (5.4,8) wurde die wahrscheinlich im 6. Jh. v. Chr. als griechische Kolonie gegründete Stadt außer von Griechen und Pelasgern vor allem von den altitalischen Volksgruppen der Osker und Etrusker bewohnt. Im 4. Jh. v. Chr. zählte Herculaneum zu den Verbündeten Roms, revoltierte später aber mit anderen italischen Stadtstaaten gegen Rom. Nach der Einnahme von Herculaneum und der Unterwerfung der Bevölkerung erhielt diese 89 v. Chr. das römische Bürgerrecht. Wie in * Pompeji zerstörte das schwere Erdbeben des Jahres 63 n. Chr. einen Großteil der Stadt und wie in Pompeji wurde auch Heraculeum am 24. August des Jahres 79 n. Chr. durch den Ausbruch des Vesuvs von einem Bimsstein- und Aschenregen bedeckt. 1719 stieß man beim Ausheben eines Brunnens auf die bis zu 25 m hoch verschüttete Stadt Heraculeum. Die antiken Funde weckten im 18./19. Jh. ein großes Interesse an der altrömischer Kultur und beeinflussten auch die zeitgenössischen stilistischen Entwicklungen. Seit 1927 wird Heraculeum systematisch freigelegt.


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Hercules »


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