Herme(Mehrzahl Hermen), seit archaischer Zeit griechischer Kultpfeiler mit dem bärtigen Kopf des Gottes * Hermes; oft erfolgte die Wiedergabe auch mit der Schulterpartie, aber ohne Arme, d. h. in Büstenform.

Das Haar des Gottes ist stirnseitig sorgsam in Kringel gelegt, am Hinterkopf hängt es in zwei welligen Strähnen über die Schultern hinab. Seit dem 5. Jh. v. Chr. waren die Büstenpfeiler nicht mehr auf Hermes-Darstellungen eingeschränkt, wurden aber weiterhin als Herme bezeichnet. Als Zeugnisse des Fruchtbarkeitskultes haben manche Pfeiler im Mittelteil eine vollplastische * ithyphallische Ausformung. Diese Gestaltung symbolisiert Zeugungskraft und wird * Dionysos und vor allem * Priapus zugeordnet; es soll sie aber auch von Hermes gegeben haben. Berichtet wird von Doppelhermen aus hellenistischer Zeit, mit je einem Gesicht an der Vorder- und Hinterseite, wie bei dem römischen Gott * Janus. Steinpfeiler, die am oberen Ende mit einem Frauenkopf abschließen, werden * Karyatidhermen genannt. Schon lange vor dem Auftreten der Herme galten einfache Steinsäulen als Sinnbild für den Zeugungsakt (vgl. * Symbol: Steine).


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