Amulett, lat. amuletum, von amoliri, "abwenden".

Bezeichnung für ein  magisches Schutzmittel. Die von Jägern der Steinzeit um den Hals getragenen Raubtierklauen, die die Kraft des erlegten Tiers auf den Träger übertragen sollten, zählen ebenso zu den Amuletten wie der * Abraxasstein oder der * Skarabäus der Ägypter. Von einem Amulett erhoffen sich die Menschen in erster Linie eine apotropäische, d. h. unheilabwehrende Wirkung. Das Bestreben des einzelnen, sein Geschick durch mystische Zeichen und Symbole günstig zu beeinflussen, war und ist in unsicheren, vom Aberglauben bestimmten Zeiten stark verbreitet. Das Tragen von Amuletten wurde zuweilen durch die Obrigkeit untersagt. So erließ Kurfürst Maximilian von Bayern 1611 ein "Landgebot", das der Bevölkerung das Tragen solcher Anhängsel an Hals oder Leib verwehrte. Ausgenommen waren nur Objekte, die von der Kirche ausdrücklich erlaubt worden waren, wie Kreuze, Münzen und Medaillons mit Darstellungen von Heiligen sowie Reliquienanhänger. Doch selbst in der aufgeklärten Gegenwart sind apotropäische Symbole gebräuchlich, wobei auch den Kreuz-, Engel- und Marienanhängern ein gewisser Amulettcharakter anhaftet, sollen doch auch sie Unglück abwenden helfen. Amulette werden in der Regel am bloßen Körper, z. B. um den Hals oder als Ringe getragen. Im alten Griechenland trug man Amulettschnüre auch schräg um die Schulter sowie um Oberarm und Oberschenkel. Das Schutzbedürfnis ist häufig mit der Freude am Schönen verbunden.


« Amtszeichen

Amun »


Desktop-Version öffnen mit Volltextsuche über rund 350.000 Worte.