Hinterglasmalerei, auf der Rückseite einer Glastafel seitenverkehrt ausgeführte Malerei mit deckenden Farben, die von der unbemalten Vorderseite aus zu betrachten ist und als Wandschmuck dient.

Die Herstellung von Hinterglasmalerei erfolgt in genau umgekehrtem Ablauf als bei herkömmlichen Bildern. Während bei traditionellen Gemälden mit deckenden Farben zuerst der Hintergrund gemalt und das Bild dann aufgebaut wird - die Wiedergabe des Vordergrundes erfolgt dabei zuletzt -, wird bei der Hinterglasmalerei mit dem Vordergrund begonnen und nach Fertigstellung des Motivs der Hintergrund als letzter Arbeitsgang gemalt. Um Dinge hervorzuheben, wie z. B. den * Nimbus von Heiligen, wird oft mit Gold- und Silberfolie unterlegt (* Eglomisé).

Hinterglasmalereien wurden früher auch Amelierung und die Hinterglasmaler Amelierer genannt. Die Hinterglasmalerei war bereits in späthellenistischer Zeit gebräuchlich. Das bekannteste Beispiel, in Form eines Medaillons mit der Darstellung einer Frau, zusammen mit einem Knaben und einem Mädchen, stammt aus dem 4. Jh. n. Chr. und befindet sich im Museo Civico in Brescia. Den Gebrauch der Hinterglasmalerei im Mittelalter beschrieb * Theophilus Presbyter in seiner "Schedula diversarum artium". In der Neuzeit erreichte die Hinterglasmalerei Höhepunkte einerseits als * Églomisé und anderseits speziell im * Andachts- und * Votivbild des 16.-18. Jh. sowie im 18./19. Jh. in der * Volkskunst.

Vor allem Heiligenbilder wurden in großen Stückzahlen als Hinterglasmalerei hergestellt. Die Vorzeichnung erfolgte meist mit Hilfe von * Pausen oder Schablonen, wodurch eine Übereinstimmung der Darstellungen der einzelnen Heiligen erzielt wurde. Auch Personifikationen der vier * Jahreszeiten waren beliebt. Die nach dem Ort Sandl im oberösterreichischen Mühlviertel benannten "Sandlbilder", mit der Darstellung volkstümlicher * Genreszenen, erlangten im 18./19. Jh. überregionale Bedeutung.


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