Hirnschalenkelch, Bezeichnung eines Gefäßes mit einer in die * Cuppa eingearbeiteten menschlichen Hirnschale.

Am bekanntesten ist der Hirnschalenkelch des hl. * Sebastian, den im 10. Jh. Propst Hunfried von Ebersberg von Papst Stephan III. erhielt. Die Hirnschale ist zur Gänze von der aus vergoldetem Silber bestehenden Fassung bedeckt, die aus dem 15. Jh. stammt; im 17. Jh. wurde sie verändert. Durch ein kleines rundes Klappfenster an der Unterseite des Gefäßes konnten sich die Gläubigen (die noch Anfang 20. Jh. aus dem Gefäß tranken) vom Vorhandensein der Hirnschale überzeugen. Da der Heilige zu den "Patronen wider die Pest" gehört, zählte der Hirnschalenkelch des hl. Sebastian zu den wichtigsten * Reliquien Bayerns. Vgl. * Kapâla.


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