Hofbefreite, Bezeichnungfür Handwerker bzw. Kunsthandwerker, die aufgrund spezieller Fertigkeiten für den Herrscherhof tätig waren, daneben aber auch über Privatkunden verfügten. Sie waren für den Hof befreit (vom Zunftzwang), und die Goldschmiede unterlagen beispielsweise auch nicht dem Punzierungsgebot. Die Hofbefreiten waren verpflichtet, besonders schöne Arbeiten zuerst dem Hof zu günstigen Konditionen anzubieten. Zum Unterschied von den so genannten Hofarbeitern (* Arbeiter) verfügten sie über eigene Werkstätten und waren finanziell vom Hof unabhängig, d. h. sie bezogen kein fixes Salär, sondern wurden jeweils für durchgeführte Arbeiten entlohnt. Wenn auch aus Verlassenschaftspapieren hervorgeht, dass manche Hofbefreite ein ansehnliches Vermögen hinterließen, darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Mehrzahl der Hofbefreiten wie auch die anderen Handwerker früher ein Dasein an der Armutsgrenze fristeten. Aus der Institution der Hofbefreiten entwickelte sich im 19. Jh. an vielen Höfen Europas das so genannte "Hoflieferantentum".


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