Höllenfahrt Christi, in der Bildenden Kunst meist mit dem lateinischen Terminus * descensus (ad infernos) bezeichnet, bisweilen auch mit den Ausdrücken kathodos eis hadu (griechisch) oder sosestvie vo ad (russisch).

In der Ostkirche wurden bis ins Mittelalter die Höllenfahrt Christi oder auch das Motiv * Frauen am Grab anstelle der als * Anastasis bezeichneten * Auferstehung Christi wiedergegeben. Bisweilen weist ein * Schriftband mit der griechischen Aufschrift "Anastasis" (Auferstehung) auf den Zusammenhang hin. (Auch im westlichen Kulturkreis sind frühe Darstellungen der Auferstehung Christi selten und erst seit der ottonischen * Buchmalerei üblich.) In der * byzantinischen Kunst ist bei der Höllenfahrt Christi das Tor zum * Limbus, der Vorhölle, oft als Rachen eines drachenartigen Ungeheuers gestaltet, aus dem die Geläuterten, allen voran Adam und Eva, dem * Heiland entgegendrängen, der sie mit offenen Armen empfängt. Andere Darstellungen zeigen Jesus mit dem aus den Angeln gehobenen, zerbrochenen und kreuzweise am Boden liegenden Höllentor. Zu Füßen Christi liegt bisweilen * Luzifer gefesselt am Boden. Neben Adam und Eva, die von Jesus an den Händen genommen werden, befinden sich oft auch die Könige * David und * Salomon unter den von Jesus Befreiten. In der westlichen Kunst ist das Motiv der Höllenfahrt erst ca. seit dem Jahr 1000 als * Illumination in Büchern zu finden; Darstellungen als eigenständige Bildwerke stammen aus noch späterer Zeit. Im Gegensatz zu byzantinischen Arbeiten sind die in der Hölle befindlichen Verstorbenen auf westlichen Bildern oft nackt wiedergegeben, von den Mächten der Unterwelt gequält und gepeinigt.


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