Ikonologie. Der Ausdruck wurde 1912 von * Aby Warburg eingeführt, der die Ansicht vertrat, dass sich die Ikonologie, zum Unterschied von der * Ikonographie, nicht auf ein Einzelkunstwerk bezieht, sondern auf die Systemerfassung der Ikonographie, d. h. auf eine komplexere kunstwissenschaftliche Betrachtungweise mehrerer Motive, etwa bei einem zusammengesetzten Objekt.

Als Beispiel bieten sich die verschiedenen in einem * Kabinettschrank eingesetzten * Einlagen aus der gleichen Zeit an, die einem Vergleich unterzogen werden. Bisweilen wird heute auch die entwicklungsgeschichtliche Betrachtung ein und desselben Motivs, d. h. die Veränderung seiner ikonographischen Bedeutung seit seiner Entstehung bis zur zeitgenössischen wissenschaftlichen Deutung, mit dem Terminus bedacht. Dies trifft vor allem bei Kunstwerken von vielschichtiger Bedeutung zu, z. B. bei * Stillleben, bei denen die Suche nach den Begründungen der jeweiligen Motivgestaltung das Hauptinteresse der Betrachtung bildet. Bei der Ikonologie haben neben rein kunsthistorischen meist auch kulturhistorische Aspekte Bedeutung.


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