Ikonostase, von griechisch eikon, "Bild", und stasis, "Stand",

Bezeichnung für die in orthodoxen Kirchen als Trennung zwischen Altarraum und dem Raum für die Laien errichtete Mauer mit Bilderwand oder für eine hölzerne Bilderwand ohne gemauerte Trennwand. Seit dem * Bilderstreit wird die Ikonostase auch Templon genannt. Meist handelt es sich bei der mit * Ikonen von Jesus, Maria und Heiligen verzierten Ikonostasen um eine raumhohe Holzwand, eine Weiterentwicklung der den Laienraum vom Altar als Symbol für den Himmel trennenden * Chorschranken. In der Ikonostase befinden sich drei Durchgänge, die mit kostbaren Vorhängen oder mit Türen verschlossen sind. Der nördlich gelegene Seiteneingang führt zur Rüstkammer, Prothesis genannt, in der die Opfergaben vorbereitet werden. Durch den südlichen Seiteneingang kommt man zum * Diakonion, dem Aufbewahrungsort von * Paramenten und Büchern. Der Haupteingang heißt heilige oder königliche Pforte, in Russland auch Zarentür, weil sie nur von dem Landesherrn und dem Priester durchschritten werden durfte.

Ab dem 14./15. Jh. war bereits die heute übliche Form zu finden. Frühe Beispiele russischer Ikonostasen befinden sich in der Dreieinigkeitskathedrale des Dreieinigkeitsklosters in Zagorsk (1427) und in der Muttergotteskapelle der Sophienkathedrale in Nowgorod (16. Jh.). Im Laufe der Zeit haben sich gewisse Regeln gebildet, nach denen die Ikonen auf der Ikonostase angebracht sind. Die wichtigsten Glaubensaussagen werden durch diese Bildfolgen illustriert. Zuoberst sind im Allgemeinen die * Erzväter wiedergegeben, darunter die * Propheten, gefolgt von Darstellungen, die mit den Festtagen in Verbindung stehen, sowie von Lehrbildern und, als zentrales Motiv, die * Deesis, umgeben von Bildern der Aposteln.


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