Äneas(griech. Aineias, lat. Aeneas),

1) Sohn der Göttin * Aphrodite und des * Anchises, eines Sterblichen aus dem Geschlecht des trojanischen Königs * Priamos. Äneas ist der Hauptheld des von Vergil stammenden Heldenepos "Aeneis". Äneas gilt als Stammvater der Römer. Er war ein Vorfahre des Hauses der Julier, da sein Sohn * Askanius, von den Römern * Iulus genannt, * Alba Longa gründete, die Mutterstadt Roms. Julius Cäsar bezeichnete sich im Sinne der Herrschaftsideologie als Nachkomme des * Iulus und der * Venus (Aphrodite). In der Ilias wird Äneas mehrmals als Bundesgenosse der Trojaner erwähnt. Nach * Hektor galt er als der stärkste und tapferste unter den Verbündeten Trojas. Als einzigem der Helden gelang es Äneas, nach der Eroberung Trojas durch die Griechen die Stadt zu verlassen. In der Bildenden Kunst findet man diese Flucht aus dem brennenden Troja oft dargestellt, wobei Äneas, begleitet von seinem kleinen Sohn Askanius, den gelähmten Vater Anchises auf dem Rücken trägt. Äneas soll auch die Standbilder der Stadtgötter Trojas in Sicherheit gebracht haben. Die Gründung eines großen Reiches in Italien, wofür er vom Schicksal ausersehen worden war, wurde durch ein Liebesverhältnis verzögert (* Dido und Ä.).

2) Die biblische Geschichte berichtet von einem * Jünger Jesu namens Äneas, der acht Jahre lang gelähmt im Bett lag und von * Petrus geheilt wurde, der dem Kranken gebot, sich zu erheben und sein Bett zu machen (Apostelgesch. 9, 33-35).


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