Jansenismus, katholische Bewegung, benannt nach dem niederländischen Theologen Cornelius Jansen bzw. Jansenius (1585-1638).

Sein Buch "Augustinus" sowie die Augustinische Gnadenlehre bildeten die Grundlage für den von den Jansenisten vertretenen anthropologischen Pessimismus, wonach der Mensch durch die Erbsünde von Natur aus schlecht sei und sich nicht aus eigener Kraft für das Gute entscheiden könne. Nur wer durch religiöse Verinnerlichung in den Genuss einer besonderen Gnade Gottes komme, sei in der Lage, die Lust am Bösen zu überwinden.

Die meiste Verbreitung fand der Jansenismus zunächst in Frankreich. Der Hauptsitz der Bewegung war das später (1710) durch einen Brand zerstörten Kloster Port Royal bei Versailles. Nachdem der Jansenismus von den Päpsten Urban VIII., Innozenz X. und Klemens XI. als Irrlehre gebannt und besonders von den Jesuiten bekämpft worden war, fanden die Jansenisten vor allem in Holland eine neue Heimat und stellten sich unter den Schutz der Kirche von Utrecht. Auch in Belgien war die Bewegung im 17./18. Jh. weit verbreitet. Einige wenige Anhänger fanden sich auch in Deutschland, Österreich und Italien.


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