Japonismus, Japanismus, Bezeichnung für die von 1855-1910 herrschende Tendenz, europäische Werke der Bildenden Kunst und des Kunstgewerbes nach japanischen Vorbildern zu gestalten.

Seit Japan seine selbstgewählte Isolation beendet hatte und zuerst mit Portugal (1550/60) sowie den Niederlanden (1640) und später auch mit England Handel trieb, gelangten viele japanische Waren nach Europa. Durch ihr ungewohntes exotisches Aussehen erfreuten sie sich großer Beliebtheit. Gesteigert wurde das Interesse an fernöstlichen Waren durch die erste * Weltausstellung in London (1851) und die nachfolgenden Weltausstellungen in Paris (1855), London (1862), Paris (1867) und Wien (1873). Gezeigt wurden neben * Keramiken, * Farbholzschnitten, * Tuschezeichnungen u. a. graphischen Blättern vor allem japanische Lackarbeiten, * Fächer und Elfenbeinschnitzereien, insbesondere * Netsuke sowie textile Erzeugnisse, z. B. * Kimonos.

In der Folge wurde es in Europa Mode, japanisches Porzellan und japanische Lackarbeiten zu imitieren, Frauen in Kimonos darzustellen und japanische Motive, wie Seerosen, * Pagoden etc., wiederzugeben. Der eigentliche Japonismus, mit seiner großzügigen Verwendung japanischer Motive und Techniken, setzte mit dem Jugendstil ein; zu der Zeit wurde auch der Terminus Japonismus geprägt. Vgl. * Chinoiserie.


« Japanware

Jardinière »


Desktop-Version öffnen mit Volltextsuche über rund 350.000 Worte.