Angelsächsische KunstUnter dem Begriff Angelsachsen werden Angehörige der germanischen Stämme der Angeln, Sachsen und Jüten zusammengefasst, die sich im 5./6. Jh. auf den Britischen Inseln niederließen, die bis zum 5. Jh. zur Provinz Britannia des Römischen Reiches gehörten. Sie verdrängten oder unterwarfen die ansässigen Kelten und gründeten mehrere kleine Königreiche: East Anglia, Essex, Kent, Mercia, Sussex, Wessex und Northumbria (oft falsch als Nord-Umbrien übersetzt und dadurch mit Umbrien in Italien verwechselt). Der Besiedlungszeitraum gliedert sich in eine heidnische und eine anschließend christliche Periode, wobei die Christianisierung im 7. Jh. abgeschlossen war. Canterbury gilt als Zentrum der von Rom ausgehenden Missionierung und auch als Mittelpunkt der Angelsachsen Charakteristisch für die Angelsachsen sind Tierornamente und Rankenmuster, basierend auf der germanischen Kunst. Für die heidnische Epoche der Angelsachsen sind Grabbeigaben in Form von Gefäßen, Schmuckstücken und Waffen typisch. Nach der von Papst Gregor (596-597) eingeleiteten Christianisierung waren Grabbeigaben nicht mehr üblich. Als kennzeichnend für den christlichen Zeitraum der Angelsachsen gelten die Saalkirchen, wie St. Peter und Paul in Canterbury, sowie prachtvoll illuminierte Handschriften (* Canterbury- Schule). Mit dem so genannten * Winchesterstil beeinflussten die Angelsachsen auch die zeitgenössische Kunst des Festlands. Der von König Egbert von Wessex (802-839) gebildete Gesamtstaat war die erste Grundlage für das Entstehen der engl. Nation. Von 1016 bis 1042 wurden die Angelsachsen von den eingedrungenen Dänen und ab 1066 vom Herzog der Normandie, Wilhelm dem Eroberer (König von 1066-1087) beherrscht und die Angelsachsen vom * anglonormannischen Stil abgelöst.


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