Kalligraphie, griechisch, Schönschreibkunst.

Große Bedeutung hatte die Kalligraphie im Mittelalter. Vor der Erfindung des * Buchdrucks wurden Schriften von * Skriptoren (meist in Klöstern) durch Abschreiben vervielfältigt, wobei man vor allem auf die Ausführung der * Majuskeln großen Wert legte. Bis ins frühe 20. Jh. wurden wichtige Schriftstücke (Gesellenbriefe, Meisterbriefe etc.) regional noch in kalligraphischer Manier mit der Hand geschrieben. Alte Exemplare stammen von professionellen Briefschreibern und stellen kleine Meisterwerke dar.

Schönschreiben war in Österreich bis ca. 1950 an den Pflichtschulen ein spezielles Unterrichtsfach. Zum Unterschied von Europa, wo die Kalligraphie heute ihre Bedeutung verloren hat, wird sie nicht nur in China und Japan gelehrt, sondern auch in den islamischen Staaten nach wie vor in den Koranschulen ausgeübt. Da im Islam die Personifizierung und bildhafte Darstellungen Allahs untersagt sind und auch die Wiedergabe von Mensch und Tier nicht erlaubt ist, dienen die kalligraphisch geschriebenen Verse der Suren (Kapitel) des Korans als schmückender Dekor und gelten als Manifestation des göttlichen Wortes. Dementsprechend wird viel schöpferische Kraft und Sorgfalt an die Ausführung der Koranverse gewandt. Zierschrift ist nicht nur im Koran zu finden, sondern dient u. a. auch zur Ausschmückung der Moscheen, wobei sie entweder mit * Musivgold an Wände gemalt oder reliefförmig erhöht auf Fliesen an Innen- und Außenwänden von Moscheen angebracht wird.


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