Kamee, Kameo, Cameo, Bezeichnung für einen als erhabenes Relief aus einem * Schmuckstein hergestellten Steinschnitt.

In der * Glyptik werden für Kameen und * Gemmen meist * Lagensteine verwendet. Durch das Herausarbeiten einer Darstellung, bis zur nächsten Farbschicht des Steins, ist das umgebende Material anders gefärbt als das Motiv selbst. Beliebte Schmucksteine für Kameen sind * Sardonyx und * Achat, deren verschiedene Farbschichten die Herstellung mehrfarbiger Kameen ermöglichen.

Zweifarbige Kameen können auch aus Muscheln gefertigt werden. Die meisten so genannten Muschelkameen stammen aus dem 19./20. Jh. und sind italienischer Provenienz. Der geringeren Härte wegen lassen sie sich leichter herstellen als Steinschnitte. Als Vorstufe der Kameen gelten alte * Skarabäen aus * Steatit oder Elfenbein etc.

Aus Schmucksteinen geschnittene Kameen und Gemmen sind seit dem 4. Jh. v. Chr. bekannt und wurden oft als * Ringplatte gefasst. Aufwendig gestaltete großformatige Kameen werden Prunk-Kameen oder Staats-Kameen genannt; bekannte Beispiele sind der so genannte "Große Pariser Cameo" im Cabinet des Médailles in Paris, sowie der "Ptolemäerkameo" und die "Gemma Augustea" in der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museum in Wien (die Bezeichnung Gemma Aug. ist irreführend, es handelt sich um eine Kamee.).

Im 19. Jh. wurden Kopien antiker Exemplare bisweilen aus * Similisteinen hergestellt. Umgangssprachlich werden oft auch hochovale Broschen aus * Bernstein, Elfenbein oder * Koralle als Kamee bezeichnet, wenn die Darstellung erhaben gestaltet ist und sich vom umgebenden Grund deutlich abhebt, wie beispielsweise die im 19. Jh. beliebten büstenartigen Frauenbildnisse. Das Gegenstück zu den als * Hochschnitt gefertigten Kameen sind die als * Tiefschnitt hergestellten glyptischen Arbeiten, die als Intaglien (* Intaglio) bzw., wenn kleinformatig, als * Gemmen bezeichnet werden.


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