Kandelaber, lateinisch candelabrum, von candelae, "Wachsschnur",

Bezeichnung für hohe mehrflammige Standleuchter, zum Unterschied von den meist nur mit einer Kerze bestückten * Handleuchtern und den hängenden Lichtquellen (* Kronleuchter, * Leuchterweibchen und * Lüster). Kandelaber waren bereits in der Antike üblich. Sie bestehen aus einem stabilen Fuß, der oft dreiteilig in Form von Tierfüßen u. ä. gestaltet ist, einem meist * kannelierten * Schaft und den bekrönenden Lichtquellen. Die Lichter, in Form von Talg- oder Wachskerzen, sind mittels Dornen oder Tüllen befestigt. Unter jeder Lichtquelle befindet sich eine Tropfscheibe zum Auffangen des abtropfenden Brennmaterials.

Mit Öllämpchen versehene Ausführungen stammen aus dem Orient; der Kandelaber dient dann als Lampenständer, oder es sind Haken zum Aufhängen der Öllämpchen angebracht. Am Boden stehende Kandelaber erreichen für gewöhnlich eine Höhe von etwa 150 cm. Kandelaber als Tischleuchter sind entsprechend niedriger. Heute werden im Allgemeinen alle mehrflammigen Ausführungen von Standleuchtern als Kandelabere bezeichnet. Sie bestehen gewöhnlich aus Gelbguss, Zinn, Porzellan oder Silber. In * Pompeji wurden auch Exemplare aus Marmor gefunden. Eine Sonderformen sind die im jüdischen Kultus gebräuchlichen Kandelaber, die siebenarmige * Menora und der achtflammige * Chanukkaleuchter.


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