Kindermord zu Bethlehem, nach * Matthäus 2, 13-18, die Ermordung aller Knaben unter zwei Jahren in und um Bethlehem auf Befehl von * Herodes I. d. Gr.

Nach biblischem Bericht zogen zur Zeit der Geburt Christi drei Weise, später meist Könige genannt, aus dem * Morgenland nach Jerusalem, um dem neugeborenen König der Juden zu huldigen, dessen Ankunft durch einen Stern angezeigt worden war (* Stern von Bethlehem). Sie fragten im Palast nach dem Königssohn, doch niemand wusste ihre Fragen zu beantworten. König Herodes befragte seine Hohenpriester und Schriftgelehrten, wo der Messias geboren worden sei. Diese nannten Bethlehem als Geburtsort, weil es so vom Propheten verheißen worden sei. Herodes trug den drei Weisen auf, ihn zu benachrichtigen, wenn sie das Kind gefunden hätten, damit auch er ihm Ehre erweisen könne. Durch einen Engel, der ihnen im Traum erschienen war, wurde den Weisen geboten, nicht zu Herodes zurückzukehren, sondern einen anderen Heimweg einzuschlagen (* Anbetung des Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige). Da Herodes des Neugeborenen nicht habhaft werden konnte, schickte er Soldaten mit dem Befehl aus, in Bethlehem alle Knaben unter zwei Jahren zu töten. Darstellungen dieses Motivs waren vor allem im Barock üblich. Ein schönes Beispiel dafür ist eine pyxisförmige, gedeckelte Elfenbeindose in der * Eremitage in St. Petersburg, auf der mehrere Reliefbilder mit Darstellungen im Zusammenhang mit der Anbetung des Jesuskindes und der * Flucht nach Ägypten zu sehen sind.


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