Klecksographie, Bezeichnung von Figuren und Mustern aus Farbklecksen.

Sie entstehen, wenn Farbe auf Papier aufgebracht und durch Falten des Papiers achsialsymmetrisch zur Faltlinie auf dem Papier verteilt wird. Der Ausdruck Klecksographie soll auf den Dichter und Arzt Justinus Kerner (1786-1862) aus Weinsberg/Württemberg zurückgehen. Kerner beschäftigte sich auch mit der Deutung der Bilder. Nach der Art, wie die Farbkleckse interpretiert wurden, zog er Rückschlüsse auf das Wesen der jeweiligen Person. Die von ihm selbst vorgenommenen Deutungen versah Kerner mit poetischen Reimen. (Im Schiller Nationalmuseum, Marbach/Neckar, wird z. B. eine bekannte Klecksographie Kerners aufbewahrt.)

Durch gezieltes Auftragen der Farbmengen kann die Art der entstehenden Bilder in geringem Ausmaß beeinflusst werden. Zu den Künstlern, die mit der Klecksographie experimentierten, zählt beispielsweise J. Beuys. Die Technik der Klecksografie wird auch * Abklatschverfahren genannt und bei der Herstellung von * Kleisterpapier angewendet. Der Psychologe H. Rorschach erstellte mit Hilfe der Klecksografie einen speziellen Projektionstest (Rorschach-Test).


« Klebstoffe, alte

Kleeblattbogen »


Desktop-Version öffnen mit Volltextsuche über rund 350.000 Worte.