Kombinationsfiguren, Figuren, für deren Herstellung mehrere Materialien Verwendung gefunden haben.

1) Vom Barock bis ins 19. Jh. besonders beliebt waren aus Holz und Elfenbein geschnitzte Kombinationsfiguren. Berühmt für die Gestaltung solcher Figuren war vor allem der in Abfaltersbach in Tirol geborene und später in München ansässige Bildhauer S. * Troger (1683-1768). Da andere auf dem Gebiet tätige Künstler wie Stefan Föger, Veit Grauppensberg und Matthias Kolb namentlich weniger bekannt sind, werden Holz-Elfenbein-Kombinationsfiguren heute oft verallgemeinernd als "Troger-Figuren" bezeichnet. Die wenigsten davon stammen allerdings von Troger selbst oder aus seiner Werkstatt. Troger widmete sich meist religiösen oder mythologischen Themen. Für die nachstehend erwähnten Kombinationsfiguren bekam Troger von Kurfürst Maximilian III. von Bayern das benötigte Elfenbein zur Verfügung gestellt sowie für die ersten beiden Gruppen den fürstlichen Betrag von je 1.000 * fl. und für die anderen je 500 fl. als Künstlerhonorar. Es handelt sich dabei um die Motive Raub der * Proserpina, Fahrt * Silens, * Abraham opfert * Isaak, * Kain erschlägt Abel und * Simson zerreißt den Löwen, die sich alle, neben weiteren von Troger stammenden Figurengruppen, im Bayerischen Nationalmuseum in München befinden. Bei der selbst in Samt und Seide gekleideten Nobilität besonders beliebt waren die schaurig schönen, als Kominationsfigur ausgeführten * Krüppel und Bettlerfiguren, die vornehmlich M. Kolb in äußerst expressiver Weise schnitzte. Die zerrissene Gewandung besteht aus Holz, die sichtbaren Körperteile sind aus Elfenbein. Im Allgemeinen haben Kombinationsfiguren mundgeblasene Glasaugen, so genannte * Venezianische Glasaugen, die ca. doppelt so groß sind wie der zwischen den Augenlidern sichtbare Teil. Bei den meisten aus Elfenbein geschnitzten Köpfen fehlt die Schädeldecke, so dass die Augen leicht in den ausgehöhlten Kopf eingesetzt und darin fixiert werden konnten, bevor das Loch mit einer aus Holz bestehenden Kopfbedeckung verschlossen wurde. Besteht der Kopf zur Gänze aus Elfenbein, wie bei den Werken Trogers häufig der Fall, erfolgte das Einsetzen der Augen durch ein Montageloch. Es wurde am Hinterkopf angelegt und dann mit einem genau eingepassten und beschnitzten Pfropfen aus Elfenbein verschlossen. Bei Frauenfiguren verdeckt oft ein Teil der Frisur, etwa ein Haarknoten, das Loch. Bei Tieren können die Montagelöcher z. B. durch eingesetzte Ohren verdeckt sein. Kombinationsfiguren aus späterer Zeit haben oft keine im Schädelinneren eingesetzten mundgeblasenen Augen, sondern die Glasaugen sind in Form eines Kugelviertels gestaltet und von außen zwischen den Augenlidern eingeklebt.

2) Im * Jugendstil und im * Art deco waren aus Bronze und Elfenbein in * chryselephantiner Manier gefertigte Kombinationsfiguren modern (vgl. * Kabinettplastiken).


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