Kontrapost, von italienisch contrapposto, "Gegensatz", "Gegenstück",

In Plastik und Malerei die Kontrastwirkung, aufbauend auf der Unterscheidung von tragendem * Stand- und entlastetem * Spielbein. Damit verbunden ist die Hebung und Senkung der Schultern und die entsprechend gegengestellte Ausbildung der Körperhälften. Die Schulter auf der Seite des * Spielbeins ist höher als die über dem * Standbein. Vor dem so genannten * klassischen Stil der * griechischen Kunst wurden bei stehenden Figuren beide Beine gleich belastet.

Wie Plinius berichtete, verfasste * Polyklet für seine Bildhauerschule einen * Kanon der idealen Proportionierung des menschlichen Körpers sowie über den Kontrapost. In der Bildenden Kunst sind meist das rechte Bein als Standbein und der linke Arm belastet, das linke Bein als Spielbein und der rechte Arm entlastet gestaltet. Wegen der Überkreuzung von Be- und Entlastung wird dieses Schema nach dem griechischen Buchstaben X (= Chi) auch "Chiasmus" genannt. Nach der Antike haben sich besonders in der Gotik und in der Renaissance die Künstler mit dem Kontrapost auseinandergesetzt (vgl. * Ponderation).


« Kontraöse

Kontrarelief »


Desktop-Version öffnen mit Volltextsuche über rund 350.000 Worte.