Kreuzzüge, vom Ende 11. bis Ende 13. Jh. "im Namen des Kreuzes" geführte Kriege gegen die Heiden.

Es waren nicht nur religiöse, sondern vor allem auch politische und wirtschaftliche Interessen ausschlaggebend für diese "bewaffneten Pilgerfahrten". Ursache für den 1. Kreuzzug 1096-1099 unter Papst Urban II. war die Bitte des Kaisers Alexios von Byzanz um militärischen Beistand gegen die Seldschuken, nachdem diese Anatolien erobert hatten. Der Papst hielt am 27. Nov. 1095 in Clermont in Zentralfrankreich eine zündende Rede wider die Heiden, zu der so viele Menschen kamen, dass die große Menge in der Kathedrale keinen Platz fand und der Papstthron auf der Wiese davor aufgestellt werden musste.

Über 100.000 Menschen folgten danach dem Aufruf Urbans II., der den Teilnehmern den Erlass ihrer Sünden versprochen hatte. Sie zogen plündernd gegen das Heilige Land und "befreiten" Jerusalem, indem sie ein Blutbad anrichteten. Durch die Kreuzzüge gab es erstmals ein europäisches Zusammengehörigkeitsgefühl. Die mitteleuropäische Kunst des 12./13. Jh. wurde vor allem durch die Eroberung Konstantinopels im 4. Kreuzzug (1204) stark beeinflusst, in deren Folge viele byzantinische Kunstwerke als Beutestücke nach Italien gelangten und mit ihrer Formensprache die ansässigen Künstler inspirierten. In dem Zusammenhang entstand der Ausdruck * Maniera greca. Der siebente und letzte Kreuzzug fand 1270 statt; er war gegen Tunis gerichtet.


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Kriechblume »


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