Kristallglas. Im Laufe der Zeit hat sich die Bedeutung der Bezeichnung Kristallglas gewandelt. Früher waren die Gläser durch Verunreinigungen leicht grünlich oder bräunlich gefärbt und wurden * Waldgläser genannt. Das kristallklare Glas, das die Venezianer bereits im 15. Jh. produzierten, wurde von ihnen als "cristallo" angepriesen. Später ging diese Bezeichnung auf alle glänzenden farblosen Gläser mit hoher Lichtbrechung über, die in einer für Glasschliffe optimalen Stärke hergestellt werden konnten, ohne an Transparenz einzubüßen. Obwohl es mit Bleioxiden versetzte Gläser schon im Mittelalter gab, wurde die Erfindung des so genannten * Bleikristalls im Barock den Engländern zugeschrieben. Namentliche Erwähnung finden in dem Zusammenhang George Ravenscroft, der 1675 Bleikristall herstellte, sowie Robert Mansell. Es handelte sich dabei um eine kristallklare Glasart, die sich vorzüglich für * geschliffenes Glas eignet. Bleifreie Kristallgläser wurden in Böhmen entwickelt, indem man der Glasmasse Kalk in Kreideform beimengte; daher die Bezeichnung Kreideglas (* Böhmische Gläser). Umgangssprachlich werden heute für gewöhnlich alle mit geschliffenen * Facetten verzierte Gläser als Kristallglas bzw. Bleikristallgläser bezeichnet.


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