Krüppel und Bettlerfiguren. Menschen mit Gebrechen sowie Bettler wurden auf Bildern der christlichen Kunst schon früh im Zusammenhang mit den Wundertaten Christi und bei der Wiedergabe einer Volksmenge dargestellt.

Als selbständiges Motiv wurden Krüppel und Bettlerfiguren aber erst im Barock üblich. Zu der Zeit, in der die Nobilität viel Zeit und Geld für die Auswahl ihrer aus * Spitzen sowie Samt und Seide bestehende Garderobe verwendete, erfreuten sich Figuren von Krüppeln und Bettlern großer Beliebtheit. Sie waren so "schön hässlich" und vermittelten dem Betrachter ein schaurig prickelndes Gefühl, vergleichbar mit modernen Horrordarstellungen.

Erwähnenswert sind aus Elfenbein geschnitzte Krüppel und Bettlerfiguren, wie sie z. B. dem Dresdener Hofelfenbein- und Bernsteinschneider Wilhelm Krüger (1680-1756) zugeschrieben werden, der u. a. für Kurfürst Friedrich August I., besser bekannt als August II., der Starke, König von Polen, und für Zar Peter d. Gr. arbeitete. Besonders dekorativ sind auch die oft als * Trogerfiguren bezeichneten, aus Elfenbein und Holz bestehenden * Kombinationsfiguren, auf deren Herstellung neben Simon Troger auch Stefan Föger und Veit (Vitus) Grauppensberg sowie der in der Qualität mit Troger vergleichbare Bildhauer Matthias Kolb spezialisiert waren.


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