Latène-Kultur, La-Tène-Kultur, Epoche der * keltischen Kunst (ca. 450 v. Chr. bis ca. 100 n. Chr.). Der Name stammt von dem Hauptfundort La Tène am Neuenburger See in der Westschweiz.

Die Laltène-Kultur war in weiten Teilen Mittel-, West-, Süd- und Südosteuropas verbreitet. Während das Kunstschaffen im Süden und Südosten Europas weitgehend von Werken der griechischen und etruskischen Kunst beeinflusst wurde, entstand vor allem in Süddeutschland und Ostfrankreich mit Unterstützung des keltischen Adels ein eigenständiger Kunststil. Für die Latène-Kultur charakteristisch sind die Abkehr von der geometrischen Ornamentik der * Hallstattkultur durch kurvolineare Ornamente teils * vegetabiler, teils * abstrakter Natur sowie durch stilisierte Tierformen und maskenähnliche Gestaltungen.

Der von keltischen Stämmen ausgehende Frühlatènestil setzte im Anschluss an die * Hallstattkultur ca. 450 v. Chr. ein. Er wurde 300-100 v. Chr. vom Mittellatènestil abgelöst, dem von ca. 100 v. Chr. bis ca. 100 n. Chr. der Spätlatènestil folgte. Die schönsten Funde stammen aus der Frühlatènezeit. Es sind dies Werke der * Kleinkunst aus Gold, Bronze oder Keramik, deren Gestaltung künstlerisches Talent und ausgereifte kunsthandwerkliche Fertigkeit voraussetzt. Die mit * Furchenschmelz verzierten Bronzeobjekte der Latènekultur zählen zu den ältesten erhalten gebliebenen Emailarbeiten.


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