Le Brun(Lebrun), Charles (geb. 1619, Paris; gest. 1690, Paris), französischer Maler, Ornamentzeichner und Entwerfer für Kunsthandwerk, Ausstatter der Schlösser König Ludwigs XIV. L. begann seine Lehrzeit bei dem Maler F. Perrier und setzte die Ausbildung 1634-1637 bei S. Vouet fort.

Mit einem Stipendium des Kanzlers Séguier studierte Le Brun gemeinsam mit Nicolas Poussin ab 1642 drei Jahre in Rom. Er zählte 1648 zu den Gründungsmitgliedern der Académie Royale de Peinture et de Sculpture (königliche * Akademie für Malerei und Bildhauerei) in Paris und wurde 1668 deren Rektor. Als Leiter der von Minister Colbert 1663 im Auftrag König Ludwigs XIV. gebildeten Manufacture royale des meubles de la Couronne, einer * Manufaktur, deren Aufgabe es war, die Einrichtungen der königlichen Schlösser herzustellen, war Le Brun hauptverantwortlich für die Formensprache des wuchtig-repräsentativen * Louis-quatorze-Stils.

Die Möbel der königlichen Schlösser (sowie überhaupt des französischen Barocks) sind prunkvoll, monumental, ohne deshalb aber überladen zu wirken, da die persönliche Einstellung Le Brun stark vom * klassischen Altertum geprägt war. Neben seinen Entwürfen und organisatorischen Fähigkeiten wurden auch die Gemälde des Künstlers hoch geschätzt. Le Brun zählte zu den "Poussinisten", die der von der Zeichnung bestimmten Form den Vorrang gegenüber der Farbwirkung gaben. Im Gegensatz dazu favorisierten die "Rubenisten" den Reiz der Farben.

Le Brun wurde Hofmaler und schließlich auch geadelt. Alle Künstler und Kunsthandwerker buhlten um seine Anerkennung und Gunst da sie für den Hof tätig sein wollten. Die Zahl derer, die er abweisen musste, wurde immer größer und dadurch auch die Zahl der aus gekränkter Eitelkeit gegen ihn Intrigierenden. Solange sein mächtiger Gönner Colbert lebte, waren die Gegner Le Bruns aber chancenlos. Erst nach dem Tod des Ministers 1683 erreichten die Neider, dass Le Brun beim König in Ungnade fiel und seiner Ämter enthoben wurde.


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