Louis-quatorze, Stil und französische Kunstrichtung der Zeit Ludwigs XIV. (König von 1643-1715),

Das französische Barock, im speziellen der auf Ludwig XIV. zurückgehende offiziell-repräsentative Stil ("ludovisianische Hofkunst"). Vor allem die Architektur erreichte während der Regierungszeit Ludwigs XIV. eine hohe Blüte. Das bekannteste Beispiel für den Baustil des Louis-quatorze ist Schloss Versailles. Macht- und Repräsentationsdenken, prunkvolle Hofhaltung und strenge Etikette spiegeln sich im französischen Barock wider. Zu den Hauptverantwortlichen für die Entwicklung des klassisch geprägten Louis-quatorze zählte der erste Präsident der französischen * Akademie, * Charles Le Brun. Der Künstler war Protégé des einflussreichen Staatsministers Colbert, leitete die "Manufacture Royale des Meubles de la Couronne" und war damit auch für die Entwürfe der Einrichtungsgegenstände zuständig.

Die im Auftrag des Königs von Colbert gegründete Manufacture Royale hatte die Aufgabe, die königlichen Schlösser einzurichten und auf bestmögliche Weise auszustatten. Le Bruns Vorliebe für die Ausgewogenheit der Antike ließ die von ihm entworfenen symmetrisch gegliederten und meist mit Einlegearbeiten versehenen Möbel trotz ihres monumentalen Prunks nicht überladen wirken. Von den Hoflieferanten, die nicht der königlichen Manufaktur angehörten, war * Boulle einer der bekanntesten. Für die reichliche Verwendung von * Akanthus als Dekor bei Möbeln und in Form von * Stuckarbeiten war besonders der Pariser Ornamentstecher Jean Lepautre verantwortlich, bei dessen über 15.000 Vorlageblättern der Akanthus als Zierform überwiegt. Der Louis-quatorze wurde in Frankreich in der Regierungszeit König Philipps II. von Orléans (1715-1723) vom * Régence-Stil abgelöst, der zum spielerisch leichten * Louis-quinze, dem französischen Rokoko, überleitete.


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