Miniatur, Bezeichnung für ein kleines Bild, im übertragenen Sinn auch für andere besonders kleine (Kunst)gegenstände.

Abgeleitet ist Miniatur von lateinisch minium, "Zinnoberrot", unter Einfluss von lateinisch minus, "weniger", "kleiner".

Die rot gemalten Anfangsbuchstaben mittelalterlichen Handschriften wurden meist mit * Mennige (Minium) hergestellt und das daraus entstandene Wort Miniatur für die in Verbindung mit den Großbuchstaben (* Majuskeln) gemalten kleinen Illustrationen verwendet. Miniaturen gab es auch vor allem im byzantinischen (11. Jh.), arabischen (13. Jh.), persischen (14. Jh.) und syrischen (14./15. Jh.) Raum. Am häufigsten gebraucht wird der Ausdruck Miniatur heute im Zusammenhang mit den besonders seit dem Barock üblichen kleinen, als * Gouachen ausgeführten * Porträtmalereien, wobei als Bildträger häufig dünne Elfenbeintäfelchen dienten. Neben Bildnissen wurden auch * Landschaftsbilder und * Blumenstücke als Miniatur gemalt.

Eine Sonderform der Miniaturmalerei ist die * Emailmalerei. Auch kleinformatige Schnitzereien aus Elfenbein oder Buchsbaumholz werden Miniaturen genannt. Beide Materialien sind sehr dicht und bieten so die Voraussetzung für kleinteilige bildhauerische Arbeiten. Miniaturschnitzereien gab es schon in der Spätgotik, und zwar meist in Form von Anhängern mit Darstellungen der * Passion oder von * Heiligen. Vom Barock bis zum Biedermeier waren gemalte Porträtminiaturen in Medaillonform in Mode; beliebt waren auch geschnitzte und * kunstgedrehte Porträts. Im zweiten Drittel 19. Jh. wurden die Porträt-Miniaturen durch die verschiedenen * Fototechniken verdrängt. Die Kleinbildhauer und Schnitzer verlegten sich deshalb auf in Miniaturtechnik ausgeführte Schmuckstücke aus Elfenbein (Broschen, Anhänger, Armbänder und Busen- bzw. Krawattennadeln sowie Ohrgehänge). Von den Miniaturarbeiten zu unterscheiden sind die zum Teil mikroskopisch feinen * Mikroschnitzereien. Gestickte Miniaturen sind in * Petit-point-Technik ausgeführt.


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