Mohngläser, Bezeichnung für meist becherförmige, mit transparenter Emailmalerei verzierte Biedermeiergläser.

Die Bemalung dieser Trinkgläser stammt von Samuel Mohn (geb. 1762, Niederklobikau b. Merseburg; gest. 1815, Dresden), seinem Sohn Gottlob Samuel Mohn (geb. 1789, Weißenfels; gest. 1825, Laxenburg) und einigen Gehilfen. In einer Werbeschrift definierten die Mohns die in ihrer "Fabrique" hergestellten Waren mit den Worten: "Trinkgläser von allen Sorten mit Landschaften, Allegorien, Decorationen und Musica nebst Texte". Vor ihrer Spezialisierung auf bemalte Gläser befassten sich beide Mohns mit der Bemalung von Porzellan, d. h. sie waren als * Hausmaler tätig.

Die meisten Mohngläser sind signiert, oft auch datiert und weisen unter dem Lippenrand einen zarten, aus Blüten oder Blättern bestehenden * Fries auf. Neben den in dem Werbetext erwähnten Sujets sind auf den Mohngläsern vor allem Städteansichten zu finden, wobei diese Gläser bereits als Andenken- oder Souvenirgläser dienten; aber auch das Porträt der Königin Luise von Preußen und Monogramme in Form verschlungener Buchstaben waren beliebte Motive. Die Darstellungen wurden häufig als Konturenzeichnung im * Umdruckverfahren auf die Gläser aufgebracht und anschließend bemalt. 1811 begab sich Mohn d. J. nach Wien, wo er sich als Glaskünstler vor allem mit der transparenten Bemalung leicht gelblich eingefärbten Fensterglases einen Namen machte.

Der goldgelbe Ton der Glasscheiben vermittelte auch bei trübem Wetter in den Innenräumen den Eindruck, dass die Sonne scheine. 1813 erhielt Mohn d. J. den Auftrag zur Bemalung der Fenster der Franzensburg in Laxenburg b. Wien. 1824 wurde er dann als Maler für das Schloss in Laxenburg engagiert. Den Stil der Mohngläser setzte vor allem der Glasmaler * Kothgasser fort.


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