Mudejarstil, von arabisch mudayyan, "einer, der wohnen bleibt", oder spanisch mudéjar, "in christlichen Diensten".

Nach der Befreiung der von den Mauren besetzten Gebieten Spaniens (Reconquista) entstandener spanischer Nationalstil des 11.-16. Jh. Er vereinigt in sich sowohl islamisches als auch abendländisches, von der Gotik und der Renaissance beeinflusstes Formengut. In den von den Christen zurückeroberten Gebieten wurden zahlreiche maurische Künstler und Handwerker zum Bleiben ermächtigt und Mudejaren genannt. Auch die christlichen Kunsthandwerker verwendeten damals viele maurische Stilelemente. Der Mudejarstil ist vor allem durch Architekturformen überliefert, die auch als Motive im Kunsthandwerk und bei textilen Geweben auftreten, etwa * Hufeisenbögen und * Blendarkaden.

Für den Mudejarstil charakteristisch sind ferner Ornamente, bestehend aus * Mauresken, kombiniert mit gotischen Weinblattranken, Schriftfliesen mit arabischen und hebräischen Texten und der reiche * Stuckdekor und * Majolikadekor bei Bauwerken. Besonders geschätzt wurden die Schnitzarbeiten maurischen Künstler, etwa bei Portalen und Zimmerdecken.


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