Myrtilos, Mirtilus, Name des Wagenlenkers des Königs Oinomaos.

* Pelops, Sohn des fluchbeladenen * Tantalus sowie Vater von * Atreus und * Thyestes, liebte Hippodameia, die Tochter des Königs Oinomaos. Dieser machte die Vermählung aber vom Sieg des Werbers in einem Wagenrennen abhängig. Jeder musste mit ihm um die Wette fahren, ein für die Freier tödliches Unterfangen. Trotz eines Vorsprungs wurden sie stets von den schnellen Rossen des Königs eingeholt und von hinten mit dem Speer getötet.

Pelops - nach ihm ist die griechische Halbinsel Peloponnes benannt - versprach deshalb Myrtilos eine Nacht mit der begehrenswerten Königstochter Hippodameia und das halbe Königreich, wenn er die Bolzen der Radnaben des königlichen Streitwagens durch Wachsabgüsse ersetzte. Myrtilos willigte ein und wurde vom Fluch des Königs getroffen, der sich beim Zusammenbruch des Wagens tödlich verletzte.

Myrtilos seinerseits verwünschte Pelops, weil dieser nicht daran dachte, seine Versprechen zu halten, und ihn stattdessen ins Meer stürzte. Das Meer südlich von Euböa wurde deshalb das Myrtoische genannt. Andere Quellen berichten, dass Pelops von * Poseidon ein Gespann mit geflügelten Rossen erhalten habe, mit dem er Hippodameia entführte.


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