Mystikerkruzifix, Crucifixus dolorosus, Bezeichnung für die im 14. Jh. aufgekommenen besonders drastischen Darstellungen des gekreuzigten * Heilands, meist unter Verwendung eines * Gabelkreuzes.

Typisch für das Mystikerkruzifix ist das tief auf die Brust gesunkene Haupt Christi, mit schmerzverzerrtem Mund und brechenden Augen. Die schmalen, sehnigen Arme sind mehr nach oben als zur Seite gestreckt, der magere Leib ist stark gekrümmt und unterhalb des langen Brustbeins eingefallen, mit stark hervortretenden Rippen und einer klaffenden Seitenwunde. Finger und Zehen sind gespreizt und krampfartig gekrümmt.

Der Gesamteindruck der farbig * gefassten Figuren ist so schaurig, dass sie Gläubige in Angst und Schrecken versetzten. Berichtet wird in dem Zusammenhang, dass in London der Bischof im Jahr 1306 ein Mystikerkruzifix entfernen ließ. Zu finden waren Mystikerkruzifixe vor allem am Niederrhein, in Westfalen, in der Schweiz und in Oberösterreich.


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