Naturalismus, in der Kunst eine Sonderform des * Realismus.

Kennzeichnend für den Naturalismus ist das Bestreben, die Natur ohne Idealisierung so wirklichkeitsnah wie möglich wiederzugeben. Anekdoten aus dem Altertum berichten, dass Tauben an den von Zeuxis im 5. Jh. täuschend echt gemalten Trauben pickten. Da sich der Künstler deshalb als bedeutendster Maler feiern ließ, soll Parrhasios, sein größter Konkurrent, daraufhin einige Gegenstände gemalt haben, bedeckt von einem gemalten Vorhang, der so täuschend echt aussah, dass Zeuxis das Gewebe beiseite schieben wollte, um die Dinge besser sehen zu können.

Von der hohen Qualität des Naturalismus in der Antike zeugen Wandmalereien in * Pompeji und * Herkulaneum. Im 16./17. Jh. wurde nur die Natur als Lehrmeisterin anerkannt ("natura sola magistra"). Zu der Zeit entstanden die * Naturabgüsse und bemerkenswerte Naturstudien, wie der Hase * und "Das große Rasenstück" von A. * Dürer. In besonderer Weise waren die Maler von * Stillleben dem Naturalismus verbunden.


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