Neoimpressionismus, Spätform des * Impressionismus, die gegen Ende des 19. Jh. in Frankreich einsetzte. Vgl. auch * Postimpressionismus.

Als eigene Stilrichtung gilt der Neoimpressionismus seit der Gründung der "Société des artistes indépendants" (Gesellschaft der unabhängigen Künstler) durch Georges Seurat, 1884. Den Namen Neoimpressionismus prägte der Kunstkritiker Félix Fénéon, der in seiner Schrift "Die Impressionisten" Georges Seurat und Paul Signac 1886 erstmals als Neoimpressionisten bezeichnete.

Die von den Impressionisten angewendete Technik, Farben nicht zu mischen, sondern in reiner Form in kurzen Pinselstrichen dicht nebeneinander gesetzt aufzutragen (Farbkommata), wurde von Seurat methodisch zum * Pointillismus verfeinert. Die Farbmischung, d. h. der beabsichtigte Farbton, entsteht bei Betrachtung aus einiger Entfernung erst im Auge des Betrachters. Seurat nannte seine Technik, ungebrochene Farben punktförmig dicht nebeneinanderzusetzen, * Divisionismus und Chromo-Luminarismus.

Bekannte Vertreter des Neoimpressionismus sind weiters Ch. Angrand, H.-E. Cross, Dubois-Pillet, C. Pissarro und P. Signac. Zur Verbreitung des Stils hat vor allem die Gruppe * Les Vingt beigetragen, der u. a. Seurat angehörte und durch die auch V. van Gogh beeinflusst wurde.


« Neogotik

Neoklassizismus »


Desktop-Version öffnen mit Volltextsuche über rund 350.000 Worte.