Armbrust, von lateinisch-griechisch arcu-ballista, später arbalista, "Bogenschleuder"

Bezeichnung für eine aus dem Bogen entwickelte Waffe zum Abschießen von Bolzen oder Kugeln (* Balläster). Die Verbesserung gegenüber dem Bogen besteht darin, dass an den Bogen die Säule (* Schaft) anschließt, die mit einem Visier versehen werden kann, was eine bessere Zielgenauigkeit ermöglicht. Die Säule dient auch als Auflage für den Bolzen oder die Kugel und erlaubt die Verwendung eines starken, im allgemeinen aus Stahl bestehenden Bogens (große Durchschlagskraft). Es gibt Armbrustwaffen, die man am Boden abstützt, mittels eines integrierten Fußbügels festhält und die Sehne mit beiden Händen bis zum Einrasten in der so genannten Nuss spannt. Für gewöhnlich muss man sich aber spezieller Spannvorrichtungen bedienen (Armbrustwinde oder Geißfuß), was die Schnelligkeit der Schussfolge gegenüber dem Bogen erheblich herabsetzt (vgl. * Bogen 2).

Die gespannte Sehne wird durch eine drehbar gelagerte und als Nuss bezeichnete Arretierung festgehalten. Über den Abzugsbügel löst man die Sperre, die Sehne schnellt nach vorne und das Geschoss wird dadurch abgeschossen. Der Schaft, d. h. die Säule, wurde häufig äußerst kunstvoll mit * gravierten Elfenbein- oder Beineinlagen verziert. Die Armbrust war seit dem 12. Jh. gebräuchlich (bekannt soll sie schon früher gewesen sein). Da die Armbrust im Gegensatz zum * Bogen sehr genaues Zielen erlaubt, wurde sie geächtet und mit dem Kirchenbann belegt. Die Kreuzritter erwirkten dann dessen Aufhebung, um die Armbrust gegen die Heiden einsetzen zu können. Trotz der im 14. Jh. aufgekommenen * Feuerwaffen erfreute sich die Armbrust noch im 16. Jh. großer Beliebtheit, speziell bei der Jagd. Besonders in der Schweiz hielt sich die Tradition des Armbrust-Schießens als Sportart, die heute olympische Disziplin ist.


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