Nephele, griechisch, "Wolke", von Zeus geschaffenes Wolkengebilde, das im Aussehen seiner Gemahlin Hera so ähnlich war, dass sich sogar * Ixion täuschen ließ, der Hera nachstellte.

Nachdem er Nephele anstelle Heras lüstern umarmt hatte, entstanden aus seinem Samen die * Kentauren. Zeus verbannte Ixion daraufhin in den * Tartarus. Auf Befehl Heras nahm der böotische König Athamas, ein Bruder des * Sisyphos, die Wolkenfrau Nephele zur Gemahlin. Sie gebar ihm die Söhne Leukon und Phrixos sowie die Tochter Helle. König Athamas war über die ihm von Nephele entgegengebrachte Geringschätzung verdrossen und wandte sich deshalb * Ino zu, der Tochter des Helden Kadmus. Mit ihr zeugte er die Söhne Learchos und Melikertes. Erzürnt über den Ehebruch, verließ Nephele den König und verlangte von Hera seinen Tod. Die Götterkönigin billigte ihren Wunsch nach Rache, und Nephele kehrte zurück, um öffentlich den Tod ihres Gemahls zu fordern.

Die Männer Böotiens fürchteten Athamas jedoch mehr als den Spruch Heras, die Frauen waren auf der Seite Inos. Ohne Wissen ihrer Männer zerstörten sie das Saatgut, indem sie es erhitzten, und König Athamas ließ das Orakel von Delphi nach dem Grund der Missernte befragen. Die von Ino bestochenen Boten teilten den Orakelspruch mit, dass Phrixos, der Sohn Nepheles, geopfert werden sollte. Der Jüngling entging seinem schon beschlossenen Schicksal mit Hilfe eines geflügelten goldenen Widders, den Hermes auf Befehl des Gottes Zeus gesandt hatte. Phrixos nahm bei der Flucht auch seine Schwester Helle mit, die von Schwindel befallen ins Meer stürzte. Die Dardanellen, die Meerenge zwischen Europa und Asien, wurde ihr zu Ehren noch im Mittelalter Hellespont genannt, "Meer der Helle". Nach seiner Ankunft in Kolchis schlachtete Phrixos das Tier und brachte es Zeus als Opfer dar. Das Fell des Widders hängte er an eine Eiche im heiligen Hain des Gottes Ares. Es bildete die Grundlage für den Sagenkreis der * Argonauten, die mit * Jason auszogen, um das so genannte * Goldene Vlies zu holen.


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Nephrit »


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