Nessus raubt Dejanira, bevorzugtes Motiv des Barock; es zählt zu den so genannten Raub- oder * Raptusgruppen.

* Herakles kam mit seiner Gemahlin * Dejanira an einen Fluss, an dem ein * Kentaur namens Nessos auf seinem Rücken Reisende über den Fluss trug. Während Herakles durch den Fluss watete, trug Nessos die schöne Dejanira. Als Herakles die Hilferufe seiner Frau hörte, die von dem Pferdemenschen mit Gewalt festgehalten wurde, schoss er auf diesen einen der mit dem Blut der * Hydra vergifteten Pfeile ab. Um sich zu rächen, riet der sterbende Kentaur der von ihm begehrten Dejanira, etwas von seinem Blut aufzufangen, da dies ein wirksamer Liebeszauber sei.

Jahre später, als Dejanira auf Iole, eine schöne Gefangene, eifersüchtig war, benetzte sie das Festgewand ihres Mannes mit dem Blut, um sich seiner Liebe zu versichern. Sie dachte nicht daran, dass das Blut von dem Pfeilgift durchsetzt sein müsse, und sendete das Gewand durch den * Herold Lichas an Herakles. Kaum hatte Herakles das Gewand angezogen, wurde das Gift wirksam und zerfrass Haut und Fleisch. Um den furchtbaren Qualen ein Ende zu bereiten, ließ Herakles einen Scheiterhaufen für sich errichten, den der Hirte Philokret für ihn entzündete. Als Dank erhielt er Bogen und Pfeile des Todgeweihten. Vor Schmerz um den Verlust ihres Mannes nahm sich auch Dejanira das Leben. Seither wird eine unheilbringende Gabe auch als "Nessusgewand" bezeichnet. Das Nessus-Thema war ein beliebtes Motiv der Bildenden Kunst.


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