Nymphenburger Porzellan, Bezeichnung für Objekte der * Manufaktur, die von F. J. Niedermayr 1747 unter der Patronanz des Kurfürsten Max III. Josef in Neudeck (München) gegründet und 1761 in das Schloss Nymphenburg im Westen Münchens verlegt wurde.

Die Erzeugung von * Hartporzellan erfolgte ab 1753. Die * Porzellanmarke war das bayerische Rautenwappen. Als Modellmeister (Figurist) wurde 1754 Franz Anton Bustelli verpflichtet, dessen meist im Rokokostil gestaltete Porzellangruppen sich großer Beliebtheit erfreuten. Seine über 100 Schöpfungen werden den Arbeiten des berühmten Bildhauers und Porzellanmodelleus J. J. Kaendler gleichgestellt, der für * Meißen tätig war.

Während das Nymphenburger Porzellan früher weiß blieb, wurde das figürliche Porzellan Bustellis bemalt und ab 1756 auch das Tafelgeschirr farbig ausgeführt. Seit 1756 war der Wiener Porzellanmaler A. Öttner der Hauptmaler der Manufaktur. Auch die Entwürfe seines Nachfolgers als Modellmeister und Manufaktur-Inspektor, des vormaligen Hofbildhauers D. Auliczek, erfreuten sich großer Beliebtheit. Neben den üblichen Figurengruppen war Auliczek vor allem für seine Jagdmotive berühmt, für die er meist Kupferstiche E. * Ridingers als Vorbild verwendete.

Nach der Auflassung der * Frankenthaler Porzellanmanufaktur im Jahre 1799 übernahm Nymphenburg zu einem Teil deren * Modeln und Porzellanmodelleure. Die mit Frankenthaler Modeln in Nymphenburg hergestellten Objekte weisen oft beide Porzellanmarken auf (vor allem nach 1900). Besonders geschätzt wurden die Schöpfungen des Modellmeisters P. Melchior, der von 1779-93 für Frankenthal tätig war und von 1797-1822 in Nymphenburg arbeitete. In der 1. Hälfte 19. Jh. wurden neben Figuren und dem meist mit Blumendekor und Goldspalier verzierten * Tafelgeschirr auch Porträtreliefs aus * Biskuit produziert.

Eine Spezialität der Nymphenburger Manufaktur waren Köpfe für * Porträtpuppen. 1815 verlegte F. v. Gärtner, der damalige Direktor der Manufaktur, die Nymphenburger "Malerstube" nach München, wo er bereits die "Münchener Kunstanstalt" gegründet hatte. U. a. wurden in München in der Alten Pinakothek befindliche Gemälde als Kopien auf Porzellanplatten und Vasen aus Nymphenburger Porzellan übertragen. Nymphenburg zählte zu den Manufakturen, die auch * Hausmaler belieferten.


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