Odaliske, französisch odalisque, "Haremsfrau", "Sklavin im Harem", von türkisch oda, "Gemach", "Zimmer",

Bezeichnung für die Darstellung einer nackten oder mit durchscheinenden Schleiern bzw. mit einer bis zu den Knöcheln reichenden * Pluderhose aus dünnem Gewebe bekleideten Frau. Wiedergegeben werden Odalisken oft in einem Zelt auf einem * Ottoman bzw. auf Teppichen "hingegossen" liegend oder wie sie z. B. auf einem Sklavenmarkt feilgeboten werden. Die seit dem * Louis-quinze, vor allem aber im 19. Jh. von europäischen Malern in exotische Umgebung hineingesetzte Odalisken sind meist verführerisch schön, haben häufig Ähnlichkeit mit Bildern der liegenden Venus, als Idealbild der Frau, manchmal wird die Odaliske auch als unerreichbare, die Sinne verwirrende * Femme fatale dargestellt. Welch großes Interesse am Orient bestand, ist u. a. daraus zu ersehen, dass die von Lady Mary Montagu stammenden "Briefe aus dem Orient" in den Jahren 1763-1857 acht Auflagen erreichten. Die Verfasserin war die Frau eines Diplomaten, mit dem sie 1716 ins Osmanische Reich reiste und dabei ihre Eindrücke schriftlich festhielt. Vgl. * Turquerie, * Exotismus.


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Odeon »


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