Ölvergoldung, Bezeichnung für die nicht polierbare "Mattvergoldung" nichtmetallener Gegenstände mit * Blattgold.

Auf die meist aus Holz bestehende zu vergoldende Oberfläche wird mehrmals eine Mischung aus Kreide und feingeschlämmtem Ocker (vermengt in gekochtem Leinöl) als Grundierung aufgetragen und jeweils nach dem Trocknen geschliffen. Ist die Oberfläche genügend verdichtet und glatt, erfolgt das Auftragen des dünnen, schnell trocknenden Anlageöls (Vergolderfirnis), bestehend für gewöhnlich aus Leinölfirnis, dem etwas Chromgelb beigemengt wurde, mit oder ohne Zusatz von Harz und einem Metallsikkativ. Nach sechs bis acht Stunden ist der Anstrich so weit abgetrocknet, dass mit dem * Anschießen des Blattgolds begonnen werden kann. Auf zu sehr abgetrocknetem Anlageöl halten die Blattgoldblättchen nicht, bei zu feuchter Oberfläche dringt hingegen das Öl durch das hauchdünne Gold, und das Blattgold wird runzelig.

Die zweite Art der Vergoldung mit Blattgold ist die so genannte * Polimentvergoldung, auch * Glanzvergoldung oder * Branntweinvergoldung genannt. Mit Polimentvergoldung versehene Gegenstände können auf Hochglanz poliert werden.


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