Osmanische Kunst, Bezeichnung für die Kunst in dem nach dem Zerfall des seldschukischen Herrschaftsgebietes von Osman I. Ghasi 1299 gegründeten osmanischen (türkischen) Reich.

Die Osmanische Kunst wird manchmal auch "ottomanische Kunst" genannt. Die Residenzen der osmanischen Herrscher waren zunächst Izmir, Bursa und Edirne. Nach der Eroberung Konstantinopels durch Mehmed II. Fatih im Jahr 1453 wurde diese Stadt, das frühere Byzanz (heute Istanbul), die Hauptstadt des osmanischen Reiches und prägte dann für Jahrhunderte die Osmanische Kunst und Kultur (* byzantinische Kunst). Europäische Einflüsse kamen erst im 19. Jh. zum Tragen.

Das osmanische Reich hieß früher auch "Asia occidentalis", zur Unterscheidung von China, das "Asia orientalis" genannt wurde. Architektonisch bedeutsame Bauwerke sind vor allem die Moscheen. Nach der Eroberung Konstantinopels war der Zentralkuppelbau üblich, vorher wurden auch Pfeilerhallen mit mehreren Kuppeln (Große Moschee in Bursa) und Moscheen mit T-förmigem Grundriss (Grüne Moschee in Bursa) gebaut. Sakralbauten und Profanbauten sind außen und innen oft mit farbigen Fliesen verkleidet. In Privathäusern weisen die Innenräume häufig auch Holztäfelungen auf, verziert mit Malereien, Schnitzereien oder * Intarsien.

Man unterscheidet: eine im 14./15. Jh. existente frühosmanische Kunst, die noch viele seldschukische Elemente aufweist; eine hochosmanische Kunst im 16./17. Jh., für die Verzierungen typisch sind, die aus einer Kombination naturalistischer Tulpen-, Nelken-, Hyazinthen- und Ranunkel- bzw. Rosenblüten bestehen, "Quatre-fleur-Dekor" genannt; und eine spätosmanische Kunst im 18./19. Jh., während der vor allem in den Städten Konstantinopel, Damaskus, Kairo und Usak eine Vielzahl kunstvoll ausgeführter Gegenstände entstand (Uschakteppiche, Brokatstoffe, Keramiken, aus * Damaststahl bestehende Waffen usw.). Mit dem Ende des türkischen Sultanats in Jahre 1922 endete auch die großzügige Förderung der Kunst durch die Sultane.


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