Arte povera, ital., "arme Kunst".

Eine Ende der 1960er Jahre und in den 1970er Jahren übliche Variante der * Objektkunst. Begonnen hat die Arte povera mit einer im September 1967 in der Galleria La Bertesca in Genua unter dem Motto "Arte povera e IM spazio" stattgefundenen Ausstellung, für die Germano Celant ein Manifest schrieb. Celant nennt u. a. für die Arte povera als typisch, dass die ikonographischen Konventionen ebenso aufgehoben werden wie die traditionelle Symbolsprache. Bei der Arte povera geht es u. a. darum, Banales zum Kunstwerk zu machen, wobei die Armut des Materials sowie die Armut der Mittel und Wirkungen das Charakteristikum ist. Mit unbearbeiteten einfachen Materialien (Filz, Pflanzen, Steinen u. dgl.) wurde unter Form-Armut versucht, Objekte, d. h. Urformen zu gestalten und die Ausdehnung der Sphäre des Sinnlichen zu erreichen. Zu den ersten Protagoniste der Arte povera zählten die Italiener Arte povera Boetti, L. Fabro, G. Paolini, P. Pascali und der Grieche J. Kounellis. Obwohl der Mailänder Künstler M. Merz nicht an der Ausstellung in Genua teilnahm, arbeitete auch er zur gleichen Zeit im Stil der Arte povera Zu den Künstlern, die mit der Arte povera experimentierten zählten weiters u. a. J. Beuys, G. Penone, R. Ruthenbeck, R. Serra und L. Weiner.


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