Pan, vielleicht von griechisch paein, "weiden",

1) arkadisch-griechischer Fruchtbarkeitsgott, Sohn des * Hermes und einer * Nymphe. Pan wird seit Mitte 5. Jh. v. Chr. mit Hörnern, Ohren, Beinen und dem Bart sowie dem Schwanz eines Ziegenbocks dargestellt. Er gilt als Mehrer der Herden und des Wildes. Der Sage nach soll ihn seine Mutter wegen der Mischgestaltigkeit verstoßen haben, worauf andere Nymphen sich seiner annahmen und ihn mit Ziegenmilch aufzogen. Nach Homer nahmen ihn die Götter trotz seiner Missgestalt in den * Olymp auf. Pan entspricht dem römischen Vegetationsgott * Faunus und tritt wie dieser manchmal in der Vielzahl auf. Wie die Sage berichtet, macht es ihm Spaß, mittags (Stunde des Pan) ruhende Wanderer oder Hirten sowie die Herden durch sein plötzliches Erscheinen und lautes Brüllen in "panischen Schrecken" zu versetzen. Pan verführte eine Anzahl Nymphen, u. a. * Echo, die sich später in * Narziss verliebte. Eupheme, die Amme der * Musen, wurde von Pan geschwängert und gebar Krotos, den Bogenschützen des Tierkreises.

Pan soll auch der Liebhaber aller * Mänaden des * Dionysos gewesen sein. Selbst * Selene soll sich ihm hingegeben haben, nachdem er seine Bocksbeine unter weißen Ziegenfellen verborgen hatte. Einzig * Syrinx aus dem Gefolge der jungfräulichen Göttin * Artemis widerstand seinem Werben. Am Ufer eines Sees von Pan heftig bedrängt, verwandelte sich die Nymphe in ein Schilfrohr. Da Pan nicht genau wusste, in welches Schilfrohr sich Syrinx verwandelt hatte, schnitt er mehrere ab und seufzte tief. Dabei strich sein Atem über die Enden des Schilfs und brachte einen feinen Ton hervor. Wiederholt blies Pan daraufhin über die Rohrenden und band schließlich dieselben zusammen, um Syrinx stets bei sich zu haben. So entstand der Sage nach die Panflöte, auch Syrinx oder Hirtenflöte genannt, die sein Attribut ist. In Aussehen und Wesen ähnlich wie Pan (Faun) sind die * Satyrn und * Silene.

2) Name einer erstmals 1895 gegründeten, mehrmals eingestellten und wiedergegründeten progressiven Zeitschrift für Kultur und Kunst.


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