Paradiesgärtlein, Paradiesgarten, vor allem in der Spätgotik beliebte Darstellung Marias mit dem Jesuskind auf einer mit Blumen übersäten Wiese, innerhalb eines von Mauern oder (Rosen-)Hecken geschützten Gartens.

Für das Motiv ist in der Bildenden Kunst auch der Terminus "hortus conclusus" (umfriedeter Garten) gebräuchlich. Das Paradiesgärtlein gilt als Symbol für Geborgenheit, paradiesischen Charakter und Sündlosigkeit, d. h. die Jungfräulichkeit Marias. Mit dem Paradiesgärtlein wurde das Thema * Maria im Rosengarten gleichgesetzt. Das Motiv basiert auf dem * Hohenlied (4, 12). Manchmal ist die Szene von musizierenden Engeln umgeben, oder es sind auch Heilige dargestellt, wodurch es zu einer Kombination mit dem Sujet der * Sacra Conversazione kommt.

Das Jesuskind ist bei dem Bildtyp oft in einiger Entfernung von Maria wiedergegeben, und die Heiligen verkörpern eine Form des himmlischen Hofstaates. Häufig dargestellt werden bei dem Motiv die * Virgines capitales, die vier Haupt-Jungfrauen, manchmal vermehrt um Agnes mit dem Lamm, Cäcilia mit einem Musikinstrument und Lucia mit der Lichtkrone. Es gibt auch Bilder, auf denen Maria inmitten des umfriedeten Gartens sitzt, neben sich das * Einhorn, das seinen Kopf in ihren Schoß legt.


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Paradigma »


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