Paris-Urteil. Obwohl * Eris, die Göttin der Zwietracht, bei der Hochzeit von * Peleus und * Thetis nicht eingeladen worden war, suchte sie das Fest auf und warf einen goldenen Apfel mit der Aufschrift "Der Schönsten" in die Menge.

Von den unter den Gästen weilenden Göttinnen * Aphrodite, * Athene und * Hera beanspruchte jede die Gabe für sich. Auf Entscheidung des als Schiedsrichter angerufenen Göttervaters * Zeus brachte * Hermes die drei Göttinnen zum Berg Ida. Der dort als Hirte lebende trojanische Königssohn * Paris - er galt als schönster Mann der Erde - sollte die Entscheidung treffen.

Jede der drei Göttinnen versuchte, die Wahl des Jünglings zu beeinflussen. Hera versprach ihm die Weltherrschaft, Athene den Sieg in jedem Kampf und Aphrodite die Liebe der schönsten Sterblichen. Paris entschied sich für Aphrodite und begab sich auf ihr Geheiß nach Sparta an den Hof des Königs * Menelaos. * Helena, dessen Gemahlin, galt als die schönste Frau der Welt. Unter dem Einfluss Aphrodites ließ sich Helena von Paris entführen, was zum Ausbruch des * Trojanischen Krieges führte (Homer, Ilias III, 442 ff.). Paris soll von * Philoktet getötet worden sein, dem * Herakles seinen Bogen und seine Pfeile vererbt hatte.

Das Paris-Urteil war vor allem in der Barockzeit ein beliebtes Motiv der Bildenden Kunst. Von den plastischen Werken besonders aufwendig gestaltet ist das Thema als ca. postkartengroßes in * Ajourarbeit ausgeführtes elfenbeinernes Hochrelief mit zum Teil vollrunden Figuren und zahlreichen Freischneidungen (Victoria & Albert Museum, London).


« Pariser Jet

Parketterie »


Desktop-Version öffnen mit Volltextsuche über rund 350.000 Worte.