Passigdrehwerk, Passigdrehbank, Passichtdrehstuhl, von lateinisch passim, "nach allen Seiten hin",

Bezug nehmend auf die Drehspindel. Alter Ausdruck für eine * Drehbank, die es ermöglicht, "geschoben" zu drehen. Beim Passigdrehen läuft die Spindel der Drehbank nicht nur rund, sondern erfährt gleichzeitig auch eine Verschiebung in horizontaler oder axialer Richtung. Es werden dadurch am Werkstück Schräglagen der Profilierungen erzielt. Beim "Querpassigdrehen" wird die sich drehende Spindel mit dem Werkstück quer zu ihrer Achse, horizontal pendelnd hin und her bewegt. Beim "Längspassigdrehen" dreht sich die Spindel nicht nur um ihre Achse, sondern erfährt auch noch eine hin und her gehende axiale Bewegung, d. h. eine Längsverschiebung. Die entstehenden Drehformen weisen dadurch auch eine Schräglage zu ihrer Achse auf. Die Hin- und Herbewegung der Spindel kann durch eine am Ende der Spindel befindliche schräge Anlaufscheibe erfolgen, oder man steuert ein Ende der doppelt gelagerten Spindel über eine * Patrone mit mehr oder weniger schräg gestellten Führungsnuten, in die ein Stift eingreift. Durch Verwendung von Anlaufscheiben mit verschiedenen Profilen oder von verschiedenen Patronen entstehen beim Werkstück Profile in entsprechender Schräglage. Im 17. Jh. waren die Drehwerke entweder nur für längspassige- oder querpassige Formen konstruiert, später gab es auch kombinierte Ausführungen.


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