Patrone

1) Muster, Vorbild, oft gleichzusetzen mit "Schablone". In Verbindung mit aufwendig gestalteten alten Dreh- und Drechselarbeiten finden beispielsweise Patronen zur Steuerung von Arbeitsvorgängen Erwähnung (* Passigdrehwerk). Das Verfahren, kunstgedrehte Porträts, Schriftzüge oder Landschaften mit Hilfe von Patronen auf der Drehbank herzustellen, geriet schon im 19. Jh. in Vergessenheit. Patronen, deren vertieft gestaltete Darstellungen über einen "Anlauf" abgetastet und auf das zu drehende Werkstück transponiert wurden, bestanden früher oft aus Holz. Man verwendete dazu längs- und querverleimtes Holz, um ein "Werfen" desselben zu verhindern. Haltbarer, aber auch viel teurer waren Patronen aus Metall. So kosteten von "Stempelschneidern" aus Messing gefertigte Patronen ca. zwanzigmal soviel wie aus Holz geschnitzte. Aufgrund der Technik des vertieften Schnitts gab es nur wenige Bildhauer, die Patronen herstellen konnten, waren sie bei der Bildschnitzerei doch gewohnt, ins Erhabene zu arbeiten. Die für Lebzelter, Kerzenzieher und Stoffdrucker tätigen "Modelschneider" arbeiteten zwar ins Konkave, es mangelte ihnen aber meist an der Fähigkeit, nach einem Kupferstich, einem gemalten * Contrefait oder nach der Natur eine Patrone für ein Porträtmedaillon zu schnitzen. Die aus Holz bestehenden Patronen wurden von den Drehern und Drechslern deshalb oft selbst gestaltet.

2) Geschosseinheit bei Feuerwaffen, bestehend aus der Patronenhülse mit integriertem Zündhütchen, dem als Treibladung dienenden Pulver und dem eingesetzten Projektil.


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