Pergamentpressel, dünner Lederstreifen, der durch einen Einschnitt einer Urkunde durchgezogen und mit einem * Siegel versehen wurde, um die Authentizität (Echtheit) des Schriftstücks zu dokumentieren.

Um das * Pergament zu verstärken, schlug man es vor dem Lochen meist um, d. h. der Rand wurde gefaltet (* Plica). Auch an Schriften von Privatpersonen (Schuldscheinen, Ehekontrakten etc.) waren früher häufig ein oder mehrere Pergamentpressel mit Siegeln angebracht. Aufgrund des verbreiteten Analphabetismus zogen die Vertragspartner meist Personen ihres Vertrauens hinzu. Der Inhalt des Schriftstücks wurde im Beisein der Zeugen verlesen, die dann gleichfalls ihre Siegel anbrachten und damit die Kenntnis des vorgelesenen Inhalts der Schrift bestätigten. Bei Unstimmigkeiten konnte man auf die Zeugen zurückkommen und sie befragen. Der Brauch, Zeugen mitzubringen, hat sich bis heute z. B. bei der Eheschließung erhalten (Trauzeugen).


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Pergamentrolle »


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