Personifikation, eine Form der * Allegorie, d. h. die Verkörperung, die Darstellung eines Objektes oder Begriffes als Person.

So wurden beispielsweise in der Antike Himmel, Erde, Mond usw. personifiziert und als Götter verehrt. Städte personifizierte man in Gestalt von Frauenfiguren (* Roma dea, Constantinopolis etc.). Häufig findet man Personifikationen vor allem in Verbindung mit abstrakten Begriffen. So wird der Tod z. B. als Skelett dargestellt, die Jahreszeiten als Frauen oder Männer, die für die Vegetationsperioden charakteristische Dinge in Händen halten (Blumen für den Frühling, Getreidegarben für den Sommer, Weintrauben für den Herbst und Brennholz für den Winter). Das Bild "Die Verleumdung" von * Apelles (356-323 v. Chr.) beinhaltet eine Anhäufung von Personifikationen und war wahrscheinlich diesbezüglich das bekannteste Werk der Antike.

Die Erklärung dafür, warum abstrakte Begriffe in der Kunst mehrheitlich durch Frauenfiguren personifiziert werden, ist, dass bis zum Barock meist die lateinischen Termini dafür gebräuchlich waren und diese in der lateinischen Sprache meist weiblichen Geschlechts sind (* Tugenden und Laster). Seit dem 16. Jh. sind ikonographische Handbücher mit Aufschlüsselungen der Personifikation gebräuchlich. Das Erkennen von Personifikationen wird im allgemeinen durch die zusammen mit ihnen wiedergegebenen * Attribute ermöglicht.


« Personenmedaille

Perspektive »


Desktop-Version öffnen mit Volltextsuche über rund 350.000 Worte.