Pest, "Schwarzer Tod", von lateinisch pestis, "Unglück", "Seuche".

Die durch Bakterien (Yersinia pestis) hervorgerufene Infektionskrankheit hat verschiedene Erscheinungsformen. Die bekanntesten sind Haut-, Drüsen- und Lungenpest. Ein Symptom der Pest ist häufiges Niesen, worauf der noch heute gebräuchliche Zuspruch: "Helf Gott!" zurückgeht.

Die Seuche begann in Europa 1347, nachdem in Messina von drei aus Kleinasien stammende Schiffen mit Pest infizierte schwarze Hausratten an Land gekommen waren. Die Flöhe der Ratten übertrugen dann die Keime, und die Krankheit breitete sich epidemisch aus. Sie suchte manche Gegenden in Abständen von 10-20 Jahren heim und entvölkerte ganze Ortschaften. Jeder dritte Europäer fiel der Seuche zum Opfer.

Da man vermutete, die Krankheit entstehe durch "schlechte Gerüche" (Pestilenz), wurde in manchen Städten das Halten von Kühen innerhalb der Stadtmauern verboten. Um sich vor schlechten Gerüchen zu schützen, waren * Riechbüchsen in Gebrauch (* Ambraapfel). Die "Pestärzte" trugen Masken mit einem schnabelähnlichen Fortsatz, in dem sich mit wohlriechenden Essenzen beträufelte Bausche befanden, deren Düfte vor Ansteckung schützen sollten. Die in Italien üblichen vogelkopfähnlichen Karnevalsmasken reichen in ihrem Ursprung auf diese Pestmasken zurück. Als Berufszeichen der Ärzte galten im Mittelalter Spazierstöcke, mit einem als * Pomander ausgeführten Knauf.

Unter den zahlreichen gegen die Seuche angerufenen Heiligen nahmen der im 14. Jh. in Montpellier geborene hl. * Rochus und der Pfeilmarter wegen der hl. Sebastian die ersten Plätze ein. Die Pest wurde oft in Form von * Pestpfeilen dargestellt, die den Zorn Gottes symbolisieren sollten. Als Schutz gegen die Pest wurde auch Maria angerufen. Der Mantel der * Schutzmantelmadonna wurde als Schutzschild gegen die Pestpfeile wiedergegeben.


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Pestblätter »


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