Phaeton, griechisch, "der Strahlende",

1) Beiname des Sonnengottes Helios und Name eines seiner Söhne. Der griechischen Sage nach hatte sein Vater versprochen, ihm jeden Wunsch zu erfüllen, da Phaeton verspottet und seine Abstammung in Zweifel gezogen worden war. Phaeton bat, einen Tag lang das Gespann des Sonnengottes lenken zu dürfen, um dadurch zu beweisen, wer sein Vater sei. Obwohl Helios fürchtete, dass sein Sohn noch zu schwach sei, das Fahrzeug mit den wilden Rossen zu beherrschen, wollte er nicht wortbrüchig werden. Als der ins Schlingern geratene Wagen Himmel und Erde in Brand zu setzen drohte, schleuderte Zeus den Jüngling mit einem Blitz aus dem Gefährt, und Phaeton stürzte in den Fluss Eridanos (heute Po). Die am Ufer stehenden Heliaden, Halbschwestern Phaetons, beklagten ihren Bruder und wurden von Zeus in Pappeln verwandelt. Wie es heißt, sind deshalb heute häufig Pappeln an den Ufern des Po zu finden. Das Thema zählt zu den bevorzugten Sujets der Bildenden Künstler. Ein bekanntes Beispiel ist das als * Diaphanbild geschnitzte querrechteckige Elfenbeinrelief "Phaeton versengt die Erde", das dem Barockbildhauer Johann Ignaz Bendl zugeschrieben und im Kunsthistorischen Museum in Wien aufbewahrt wird. "Der Sturz des Phaeton", gleichfalls ein Elfenbeinrelief, gelangte in das Benediktinerstift St. Paul in Kärnten.

2) Name eines der beiden Rösser, die den Wagen der Göttin Eos ziehen. (Das zweite Pferd der Göttin der Morgenröte heißt Lampos.)


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